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Inklusion

Artikel in der Furche, Juli 2014

Von 31. Juli 2014 Keine Kommentare
Inklusion

Artikel in der Furche, Juli 2014

Von 31. Juli 2014 Keine Kommentare

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Die Hürden auf dem Weg zur Inklusion!

Im Vorjahr wurde die Lehrerausbildung neu beschlossen – und die Kategorie des Sonderschul-Pädagogen abgeschafft. Stattdessen können Studierende, die einmal in der Sekundarstufe (Neue Mittelschule, AHS sowie berufsbildende mittlere und höhere Schulen) unterrichten wollen, ab kommendem Herbst den Bereich “inklusive Pädagogik” wählen -neben einem zweiten Fach. Zudem müssen sämtliche angehenden Sekundarstufen-Lehrer im Rahmen ihrer bildungswissenschaftlichen Ausbildung Module zum Thema “Inklusive Schule und Vielfalt” durchlaufen. Ein großer, aber später Schritt, weiß der Sonderund Heilpädagoge Gottfried Biewer
vom Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien. “Bislang kam das Thema Inklusion in der Lehrerinnenbildung quasi überhaupt nicht vor”, erklärte er vergangene Woche im Rahmen des 4. Europa-Kongresses der “International Association on the Scientific Study of Intellecutal and Developmental Disability” (IASSIDD), der gemeinsam mit der Uni Wien und der Lebenshilfe Österreich veranstaltet wurde.

Auch in manchen Bundesländern hat sich der Inklusions-Gedanke endlich durchgesetzt. Vorreiter ist hier die Steiermark, die bis 2020 “sonderschulfrei” sein will. Schon jetzt besuchen hier 84 Prozent der Kinder mit Behinderungen eine Regelschule, in Niederösterreich sind es etwa im Vergleich nur 34 Prozent. “Jene Kinder, die in Österreich eine Sonderschule abschließen, haben später ganz große Schwierigkeiten, im Erwerbsleben ihren Platz zu finden: Sie bleiben ihr Leben lang im sozialen Almosensystem hängen”, weiß Lebenshilfe-Präsident Germain Weber. Umso
wichtiger sei die Diskussion mit den betroffenen Eltern: “Viele haben noch das Konzept im Kopf, dass ihr Kind nicht Bildung, sondern nur Betreuung braucht. Doch jene, die ein Fähigkeitskonzept im Kopf haben, sind ganz andere Advokaten für ihr Kind”. Großes Vorbild ist Italien, wo seit den 1970er-Jahren schulische Inklusion gelebt wird. Doch auch hier gibt es Probleme -wenn auch auf anderem Niveau: Dass es für 210.000 Kinder mit Beeinträchtigungen 110.000 Unterstützungslehrer gibt, führt oft dazu, dass diese Kinder aus dem Klassenverband herausgenommen werden. “Und das”, fürchtet der Brixener Inklusions-Experte Dario Ianes, “könnte eine neue Barriere sein für volle Inklusion.” (dh)

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