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EPSA Konferenz & “Europe in Action” in Lissabon – Ein Bericht von Andreas Zehetner

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EPSA Konferenz & “Europe in Action” in Lissabon – Ein Bericht von Andreas Zehetner

Europe in Action Lissabon_Mai 2016Die EPSA Konferenz war von 26. bis 28. Mai 2016 in Lissabon. Am 25. Mai war die Vorbereitung für die Konferenz.

Bei der Vorbereitung gab es drei Schlüsselfragen. Sie heißen:

  1. Was ist ein unabhängiges Leben?
  2. Was braucht es dazu?
  3. Wer kann dich unterstützen?

  • Bei der ersten Schlüsselfrage kam folgendes heraus: Ein unabhängiges Leben ist ein selbstbestimmtes Leben! Zu einem selbstbestimmten Leben gehört sehr viel dazu.
    Wie zum Beispiel: ,,Mut, Geld, Arbeit, eine Wohnung, Freunde die einen Rückhalt geben, wenn der Hut brennt und vieles mehr.“
  • Bei der zweiten Schlüsselfrage kam folgendes heraus: Man braucht eine gute Bildung, eine gute Unterstützung, eine gute Finanzierung vom Geld her, eine barrierefreie und leistbare Wohnung.
  • Bei der dritten Schlüsselfrage kam folgendes heraus: Damit man die beste Unterstützung hat, gibt es persönliche Assistentinnen und Assistenten vom Staat und von den Organisationen. Es ist dies eine Mischform, was inklusiv ist! Denn eine persönliche Assistenz ist für ein selbstbestimmtes oder für ein unabhängiges Leben sehr wichtig!

Berichte aus Europa

Russland
In Russland ist die Behindertenpolitik schon sehr weit! Man soll es nicht glauben, aber das ist die Wahrheit. Es tut sich einiges in Russland. Russland besteht aus 60 Regionen. In 28 Regionen wurde barrierefrei gebaut und es gibt ein inklusives Schulangebot. Bei diesen Bericht haben sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr gefreut und gewundert. Denn das war so positiv aus Russland wie noch nie. Man bekommt sonst nur negative Meldungen aus Russland zu hören. Dass Putin eine Behindertenpolitiik hat, die sehr gut ist, ist für Europa etwas Neues. Diese Politik überraschte alle in Lissabon.

Spanien
Spanien hat neun Regionen. In jeder Region gibt es ein anderes Sozial- und Behindertengesetz. Spanien hat genau so viele verschiedene Regionsgesetze wie Österreich Ländergesetze.

Portugal
In Portugal geht im Behindertenbereich etwas weiter. Portugal ist ein armes Land und steht trotzdem gut da.
In Lissabon wird im Bereich der Barrierefreiheit gearbeitet. Seit 2015 gibt es für die Stadt einen Umsetzungsplan.
Niederlande
In den Niederlande gibt es eine Selbstvertreterin, die bildet selbst die Selbstvertreter aus.

Finnland – Kenia
Die Finnen haben in Kenia eine Tochterorganisation, wo sie zusammenarbeiten. Es ist dies ein langjähriges Projekt, wo Familien im Mittelpunkt stehen. Am Anfang waren es nur 20 Familien. Jetzt sind es 7000 Familien die unterstützt werden!

Ungarn
In Ungarn ist man drauf und dran die Selbstvertretungsgruppen aufzubauen. Ungarn stellte den Antrag bei der EPSA um Mithilfe für die Selbstvertretung in Ungarn.

Slowenien
In Slowenien gibt es Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter. Sie werden in mehreren Projekten eingebunden, was sehr lobenswert ist. Aber in Slowenien hängt alles von Geld ab. Die Präsidentin erzählte: „Die Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern manipuliert.“
Beim Gespräch sagte Andreas Zehetner zur Präsidentin aus Slowenien: „Die Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter wissen genau, wo es lang geht.“ Denn die Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter kennen die Probleme am besten. Auf das hinauf hat sich die Präsidentin aus Slowenien bedankt. Denn die Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter sind in Slowenien auf Zeit und das ist wirklich schlecht.

Frankreich
Unsere Kollegin aus Frankreich war am 26. Mai 2016 beim französischen Staatspräsidenten. Es ging um die Themen Barrierefreiheit, Selbstbestimmtes Leben,Wohnen und Arbeiten sowie um das Thema Gute Unterstützung.

Bildung für Alle in Europa: Europe in Action 2016
Die Zahlen der Sonderschüler sind europaweit erschreckend. Im Zeitraum von 2008 bis 2012 sind die Zahlen der Sonderschüler mehr geworden. Die Zahlen stiegen von 2 Prozent auf 2,25 Prozent an.
Österreich gehört leider zu den Ländern wo die Sonderschüler angestiegen sind. Obwohl in Österreich das Thema Inklusion ein großes Thema ist.
Europa ist vom Inklusionsweg noch sehr weit entfernt im Schulwesen.

Europe in Action 2016
Europe in Action 2016 fand Ende Mai in Lissabon statt und beschäftigte sich mit inklusiver Bildung und der Rolle der Familien dabei. Bernhard Schmid aus Wien war in der Vorbereitungsgruppe. Er und Albert Brandstätter haben auch Workshops moderiert. Die Vorträge und Präsentationen können auf der Homepage nachgelesen werden: http://europeinaction.org/?page_id=1019

Gemeinsame Meinung war, dass die Beibehaltung der Sonderschulen nur bedeutet, dass die nötigen Mittel nicht in die Regelschule übertragen werden. Die sogenannte Wahlfreiheit ist auch im UN-Komitee umstritten, das gerade an einer genauen Erklärung von Artikel 24 der UN-Behindertenrechts-Konvention arbeitet.
Viele Eltern aus verschiedenen Ländern berichteten von Schwierigkeiten, ihr Kind in eine Regelschule zu bringen. Eltern finden diese nämlich sehr gut, wenn genügend und gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer dort arbeiten, wenn es gute barrierefreie Räume und Materialien gibt und gute Lernbedingungen herrschen.
Die Grundfrage lautet ja nicht, für oder gegen inklusive Bildung zu sein, sondern: Was erwarten wir von Bildung? Wenn wir sagen „eine Schule für alle“, dann meinen wir wirklich „ALLE“!

Es ist auch klar, dass inklusive Bildung nicht ein Ziel, sondern ein Prozess, ein langer Weg ist. Auf diesem Weg liegen viele Steine.

Inclusion Europe
Inclusion Europe ist die Dachorganisation der Angehörigen in den Lebenshilfen und ähnlichen Organisationen. Sie unterstützt auch die EPSA.

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