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InklusionPolitik und RechtUnterstützung

Gelebte Inklusion in der Öffentlichen Sitzung des Monitoringausschusses

Von 3. November 2014 Keine Kommentare
InklusionPolitik und RechtUnterstützung

Gelebte Inklusion in der Öffentlichen Sitzung des Monitoringausschusses

Von 3. November 2014 Keine Kommentare

30. Oktober 2014 – Vergangenen Donnerstag fand in Wien die 11. Öffentliche Sitzung des Monitoringausschusses* zum Thema Partizipation von Menschen mit Beeinträchtigungen statt. Mehr als 250 Menschen waren gekommen, um ihre Erfahrungen, Wünsche, Forderungen und Ideen einzubringen.

Mitmachen mit Wirkung – In Ihrem Blog-Bericht zur Öffentlichen Sitzung bringt Politikwissenschaftlerin Ursula Naue auf den Punkt, worum es geht. „Partizipation bedeutet nicht nur mitmachen, Partizipation bedeutet gefragt zu werden, ernst genommen werden. Und es bedeutet: Meine Meinung ist dann Teil der Entscheidung, die getroffen wird.“

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„Wir müssen ernst genommen werden, weil die Teilhabe und das Mitwirken von Menschen mit Behinderung eine Bereicherung für die Gesellschaft ist …“ erklärt auch Inklusions-Aktivistin Gertrude Sladek. Dabei müssen noch viele Barrieren beseitigt werden. Obwohl Menschen mit Beeinträchtigungen ein Recht auf Partizipation haben, werden sie aus vielen gesellschaftlichen Bereichen und (politischen) Partizipationsproessen ausgeschlossen – sei es aufgrund von Vorurteilen, baulichen Hindernissen, fehlenden Informationen und Kommunikations- beziehungsweise Zugangs-Möglichkeiten.

„Die größten Barrieren befinden sich in den Köpfen“ …

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erklärt hier Erich Girlek, Lebenshilfe-Selbstvertreter aus Salzburg. „Sehr wichtig finde ich politische Teilhabe. Politische Teilhabe heißt für mich nicht nur, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten wählen gehen dürfen. Es heißt, dass wir bei Entscheidungen, die uns betreffen mitbestimmen! Zum Beispiel: Wenn Gesetze gemacht werden. Es ist nicht freiwillig, dass wir mitbestimmen dürfen, es ist unser Recht!
Und ich denke auch, unsere Meinung soll nicht nur kurz abgefragt werden. Ich bin dafür, dass Arbeitsgruppen als Sitzungen ohne Hindernisse gemacht werden. Also so, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten auf Augenhöhe mitarbeiten können. Dazu muss zum Beispiel auf Leichte Sprache geachtet werden, rechtzeitige Vorbereitung, es könnte mitgezeichnet werden und Zusammenfassungen in Leichter Sprache geben.“

Partizipation festschreiben

Mit einem weiteren TeilnehmerInnen-Beitrag entsteht eine spannende Idee. „Oft werden Menschen mit Beeinträchtigung nicht wirklich ernstgenommen. Es handelt sich um reine Alibi-Partizipationsprozesse. Wie wäre es daher, wenn man Partizipation festschreibt und vor allem in politischen Prozessen ausnahmeslos mitdenkt?“. Marianne Schulze hält zu diesem Beitrag die Idee zu einem „Partizipationsgesetz“ fest.
Es folgen viele weitere interessante Beiträge von TeilnehmerInnen, wie die Relevanz von Bildung und Information als Grundlage für Partizipation. – Oder die Notwendigkeit, Sachwalterschaft so gering wie möglich zu halten.

Die Sitzung des Monitoringausschuss zeigte einmal mehr, was gelebte Partizipation bedeutet, wie viele Hindernisse es noch zu überwinden gilt, aber auch – wie viel wir gemeinsam tun und erreichen können, um Inklusion zu verwirklichen.

Weitere Beiträge:Gastbeitrag von Selbstvertreter Erich Girlek – für GRÜNE Salzburg

*) Unabhängiger Monitoringausschuss zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen: http://monitoringausschuss.at/

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