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InklusionPolitik und Recht

Ich bin als Selbstvertreter aktiv, damit sich etwas verändert

InklusionPolitik und Recht

Ich bin als Selbstvertreter aktiv, damit sich etwas verändert

Andreas ZehetnerAndreas Zehetner (49) aus Wiener Neudorf zählt zu den SelbstvertreterInnen der ersten Stunde und engagiert sich schon lange für die Interessen von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung – seit kurzem auch auf europäischer Ebene. Nach der diesjährigen Tagung „Europe in Action“ und dem Treffen der europäischen SelbstvertreterInnen-Plattform EPSA in Rom ist Andreas Zehetner in seiner Selbstvertretungstätigkeit motivierter denn je.
Für uns hat er einige seiner Eindrücke der Konferenz sowie Gedanken zu Selbstbestimmung und politischer Teilhabe zusammengefasst:

„Ich war heuer zum ersten Mal bei „Europe in Action“ und dem Treffen der europäischen Plattform für SelbstvertreterInnen (EPSA) dabei. Schon die Eröffnung war großartig. Es ging darum, dass die Selbstvertretung in der Familie und in der Schule beginnt. Es ist wichtig, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten ihre Rechte kennen und darüber mehr wissen. Sie sollen um ihre Rechte kämpfen dürfen.

Sara Pickard, Mencap (UK)

Sara Pickard, Mencap – Wales

Beeindruckt hat mich Sara Pickard aus Wales.
Sara hat ihre Chance genützt und ist Gemeinderätin.
Sie hat mit vielen Barrieren gekämpft, dabei viel Selbstvertrauen gewonnen. Sie hat erlebt, wie man Menschen mit Beeinträchtigungen wahrnimmt und wollte daran etwas verändern. Ihr Motto ist: Down-Syndrom – na wenn schon! Sie ist politisch sehr engagiert und setzt sich für das ein, woran sie glaubt.
Auch in Nordirland gibt es drei Kollegen, die es in den Gemeinderat geschafft haben. Sie wurden gewählt wie Sara Pickard in Wales.

Harry Roche (EPSA), Senada Halilcevic (EPSA), Andreas Zehetner (Lebenshilfe), Maureen Piggot (Inclusion Europe)

Harry Roche (EPSA), Senada Halilcevic (EPSA), Andreas Zehetner (Lebenshilfe), Maureen Piggot (Inclusion Europe)

Es gibt viele Herausforderungen für Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter: Barrierefreiheit, Bildung für alle, Arbeit oder selbstbestimmtes Wohnen. Die Konferenz und EPSA-Sitzung haben aber gezeigt, dass wir alle die gleichen Probleme haben. Es ist wichtig zusammen zu arbeiten, gemeinsam können wir etwas bewirken – egal ob in Österreich oder Europa.

Ich bin als Selbstvertreter aktiv, damit sich etwas verändert. Ich möchte, dass die UN-Konvention so umgesetzt wird, wie sie gemeint ist – nicht, dass jedes Bundesland seine eigene Suppe kocht. Das passiert nämlich in Österreich. Aber die UN-Konvention gilt in Österreich überall gleich!

Mir ist wichtig, dass wir selbst entscheiden können, wie wir leben. Dazu brauchen wir Informationen darüber, was alles möglich ist. Ich wohne jetzt in einem Wohnhaus in Wiener Neudorf. Meine Freunde sind dort und ich möchte auch in Zukunft dort leben. Ich mache mit meinem besten Freund viele Ausflüge, gehe gerne ins Kino und reise gerne. Ich nehme auch an der offenen Uni für Menschen mit Lernschwierigkeiten und StudentInnen der Bildungswissenschaft in Wien teil. Dabei erfahren wir viel Neues über Inklusion und Teilhabe in der Schule. Das ist total interessant. Für mich bedeutet Selbstbestimmung – dass ich bestimme, dass ich mir mein Leben selbst aussuche. Und das soll für alle so sein, darauf mache ich als Selbstvertreter aufmerksam.”

Zum Kongress-Bericht:
Familien und Selbstvertretung – Europe in Action 2015
21. bis 22. Mai 2015  in Rom

Zum Herunterladen:
Deklaration von Rom “Selbst-Vertretung in Europa ausbauen und unterstützen!”
von Inclusion Europe und Europäische Plattform der SelbstvertreterInnen (EPSA) gemeinsam mit ANffAS Italien

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