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Tag der Sozialen Gerechtigkeit: Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung nach wie vor stark benachteiligt

Von 20. Februar 2016 Keine Kommentare
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Tag der Sozialen Gerechtigkeit: Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung nach wie vor stark benachteiligt

Von 20. Februar 2016 Keine Kommentare
tag-der-gerechtigkeit_credit Elena Romanov

Credit: Elena Romanov / iStock

Am 20. Februar war Welttag der Sozialen Gerechtigkeit. In vielen Lebensbereichen werden Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung nach wie vor ungleich behandelt. Wir fordern eine raschere Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Behinderung zur Ermöglichung von selbstbestimmtem Leben!

Soziale Gerechtigkeit heißt: gleiche Chancen auf Teilhabe
Soziale Ausgrenzung von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung erfolgt oft schon im Kindesalter durch ein nicht-inklusives Schulsystem. Der Sonderschule folgt dann der Auschluss vom offenen Arbeitsmarkt. „In der Werkstatt erhalte ich nur Taschengeld, denn für richtigen Lohn fehlen die rechtlichen Rahmenbedingungen. Damit habe ich auch keinen Anspruch auf eine eigenständige Sozialversicherung oder Pension. Das macht eine Vorsorge fürs Alter und das Sparen für die Zukunft schwierig, von größeren Anschaffungen ganz abzusehen“, meint Thomas Wagner, Stimme der Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Vizepräsident der Lebenshilfe. „Es müssen gesetzliche Regelungen für eine faire Entlohnung von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung geschaffen werden. Soziale Gerechtigkeit heißt für mich: gleiche Chancen auf Teilhabe.“

Soziale Gerechtigkeit bedeutet: gleichberechtigt leben wie andere auch
Selbstbestimmt Wohnen, also sich selbst Wohnort und Wohnform auszusuchen und zu entscheiden, ob man alleine oder mit wem man gemeinsam wohnen möchte, ist für allzu viele Menschen mit Beeinträchtigungen nicht möglich. In einigen Bundesländern fehlt laut Lebenshilfe die dringend nötige Finanzierung kleiner Wohnformen sowie der individuell notwendigen Assistenz. „Wir brauchen persönliche Assistenz für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen und den Ausbau von Unterstützungskreisen, die bei Entscheidungen zur Seite stehen. Das ist notwendig für die aktive Teilhabe und für selbstbestimmtes Leben. Soziale Gerechtigkeit bedeutet hier: gleichberechtigt leben wie andere auch“, so der Präsident der Lebenshilfe Österreich Germain Weber.

Soziale Gerechtigkeit: gerechter Einsatz von RessourcenLHÖ_Präsidium 03-2014_Weber
Am Tag der sozialen Gerechtigkeit erinnern wir an die alltäglichen Ungerechtigkeiten, die unseren von der Gesellschaft behinderten Mitmenschen tagtäglich widerfahren. „Inklusion bedeutet ein gesellschaftliches Miteinander von Anfang an. Damit Menschen mit Beeinträchtigungen in Österreich soziale Gerechtigkeit erleben, appellieren wir an die rasche Umsetzung und Finanzierung der Ziele des Nationalen Aktionsplans Behinderung auf Bundes- und Länderebene“, fordert unser Präsident Germain Weber abschließend.

 

 

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