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„Wenn ich keine Persönliche Assistenz mehr bekomme, würde ich wieder in ein Wohnheim zurück müssen …“

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„Wenn ich keine Persönliche Assistenz mehr bekomme, würde ich wieder in ein Wohnheim zurück müssen …“

Hanna KamratHanna Kamrat über Selbstbestimmung

Ich bin 48 Jahre und bin in Bad Ischl aufgewachsen. Derzeit arbeite in der Lebenshilfe Bad Aussee. Ich habe 2 Geschwister. Und seit 1998 bin ich im Selbstvertretungsbeirat der Lebenshilfe Österreich tätig.

Ich bin eine sehr selbstbewusste Frau. Gestärkt haben mich hier vor allem meine Arbeit und meine Persönliche Assistenz. In Richtung Inklusion hat sich vieles entwickelt. Mir ist aber vor allem wichtig, dass jeder einzelne Mensch mit Beeinträchtigung so wahrgenommen wird, wie er ist und nicht vorausgesetzt wird, dass es mit jeder Person gleich funktioniert.

Im Gegensatz zu meiner Kindheit, wo ich in einem Wohnheim aufgewachsen bin, kann ich jetzt meine Freizeit selbstbestimmter und persönlicher gestalten. Leider ist die Persönliche Assistenz in Oberösterreich wegen dem Stundenmangel eingeschränkt. Wenn ich keine Assistenz mehr bekomme, würde ich wieder in ein Wohnheim zurück müssen. Da meine Geschwister nicht in meiner Nähe wohnen und meine Eltern schon verstorben sind, ist für mich Assistenz sehr wichtig.

In meinem Leben bin ich schon auf viele Barrieren gestoßen. Seit meinem 7. Lebensjahr benötige ich einen Rollstuhl, daher sind Barrieren nichts Neues für mich. Da mich meine Eltern schon sehr früh darauf vorbereitet haben, war es für mich aber leichter damit umzugehen.

Für mich bedeutet Selbstbestimmung jedenfalls gute Zusammenarbeit, viele Freundschaften, abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten auch mit der Lebenshilfe, wie zum Beispiel Schwimmen oder Kinobesuche.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass Menschen mit Beeinträchtigungen mehr Möglichkeiten auf integrative Arbeitsplätze haben und immer selbst entscheiden, ob und in welcher Einrichtung sie arbeiten und leben möchten. Und ich wünsche mir, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten Persönliche Assistenz haben können, wenn sie das wollen.


Forderung der Lebenshilfe Österreich: “Die SelbstvertreterInnen, Angehörigen und die UnterstützerInnen der Lebenshilfe fordern von Bund und Ländern die Erarbeitung eines nationalen Rechtsanspruches auf Persönliche Assistenz unabhängig vom Ausmaß und Art der Beeinträchtigung, die Schaffung von Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Wohnangeboten sowie die Erarbeitung bundesweiter gesetzlicher Rahmenbedingungen für gemeindenahes Wohnen. Sie sind deshalb nötig, weil Menschen mit Beeinträchtigungen in den Bundesländern höchst ungleich behandelt werden.”

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