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Inklusion

Trialog – Zwischen selbstständig und selbstbestimmt

Von 17. März 2016 Keine Kommentare
Inklusion

Trialog – Zwischen selbstständig und selbstbestimmt

Von 17. März 2016 Keine Kommentare
Der jährliche Erfahrungsaustausch in Vorarlberg folgt dem Prinzip des Dreiergesprächs. Ein Austausch zwiscehn Menschen mit Beeinträchtigugnen, ihren Angehörigen und Fachleuten auf dem Gebiet. Denn: „Es geht nur miteinander“, betont Georg Matzak, Geschäftsbereichsleiter Mobile Dienste in der Vorarlberger Lebenshilfe.

Georg Matzak will den Dialog mit den Familien ausbauen.

Georg Matzak will den Dialog mit den Familien ausbauen.

Ein Interview mit Georg Matzak, Geschäftsbereichsleiter Mobile Dienst der Lebenshilfe Vorarlberg, in den Vorarlberger Nachrichten.
von Marlies Mohr

Welche Ziele verfolgt der Trialog?

Matzak: Der Erfahrungsaustausch dient dazu, das gegenseitige Verständnis für unterschiedliche Sichtweisen in Hinblick auf die Selbstständigkeitsbestrebungen von Menschen mit Behinderung einzuholen. Immerhin handelt es sich hier um grundlegende Lebensentscheidungen, die niemals ohne Eltern, Familie und Fachleute getroffen werden können. Wir müssen würdigen und respektieren, dass bei Eltern möglicherweise andere Dinge im Vordergrund stehen. Aber das kann man erst wissen, wen man sich austauscht.

Gibt es konkrete Ergebnisse aus vorherigen Veranstaltungen?

Matzak: Es werden in dieser Veranstaltungsreihe unterschiedliche Themen behandelt. 2013 etwa ging es um die Selbstbestimmung von Menschen mit hohem und höchstem Unterstützungsbedarf. Auf sie dürfen wir nicht vergessen. Und wir haben auch bereits damit begonnen, diese Menschen miteinzubeziehen. 2014 drehte sich der Trialog um inklusive Arbeitsplätze. Die Frage war, was ist zu tun, um Arbeit für alle Menschen zu schaffen. Inzwischen stehen rund 70 Menschen mit Behinderung im Prozess der beruflichen Integration. Die Maßnahmen dazu werden laufend verstärkt. Jetzt geht es um Lebensperspektiven für Menschen mit Behinderung.

Wie sollte ein selbstständiges Leben aus Sicht von Menschen mit Behinderung aussehen?

Matzak: Es ist leider so, dass zwei Dinge oft vermischt werden, nämlich ein selbstständiges und ein selbstbestimmtes Leben. Wir begleiten eine große Gruppe von Menschen, für die ein selbstständiges Leben nie möglich sein wird, weil sie immer eine Form von Unterstützung brauchen werden. Das heißt aber nicht, dass sie kein selbstbestimmtes Leben führen können. Ihnen müssen wir mit geeigneter Assistenz zur Seite stehen.

Die Persönliche Assistenz ist eine schon lange bestehende Forderung. Wird sie kommen?

Matzak: Ich denke, mit der Tagung vergangene Woche wurde ein wichtiger Schritt gesetzt, weil er von der Politik kam. Ich bin bezüglich Realisierung sehr optimistisch, denn die Persönliche Assistenz wäre hilfreich für die Bemühungen, Menschen mit Behinderung ein selbstständiges bzw. selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Was braucht es noch?

Matzak: Salopp gesagt braucht es Dialog, Dialog und noch einmal Dialog. Wir müssen gut hinschauen auf die Menschen, um die es geht, aber auch den Austausch mit der Familie verstärken. Es gilt, Eltern gut und noch besser zu hören.

Der diesjährige Trialog in Götzis wird mit einem Vortrag von Sozialpädagogin Charlotte Knees eingeläutet.

Vorarlberger Nachrichtem vom 10. März 2016,
VN-Interview “Georg Matzak über Wünsche und Realität von Menschen mit Behinderung”, siehe: http://www.vorarlbergernachrichten.at/lokal/vorarlberg/2016/03/09/zwischen-selbststaendig-und-selbstbestimmt.vn#registered

 

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