Das Barrierefreiheits-Gesetz: Das muss sich im Internet ändern

Eine Person sitzt an einem Schreibtisch mit einem Laptop, der ein Videogespräch mit drei lächelnden Personen zeigt. Der überlagerte Text lautet: ONLINE Inklusions-Talk Barrierefreiheits-Gesetz
Viele Menschen nutzen jeden Tag Webseiten und Apps. Dort bestellen sie Lebensmittel. Sie kaufen Dinge ein. Oder sie buchen einen Arzt-Termin. Aber oft sind diese Webseiten schwer zu verstehen. Genau darum ging es beim Online-Inklusionstalk der Lebenshilfe Österreich (LHÖ) am 23. März 2026.

Im Mittelpunkt stand das neue Barrierefreiheits-Gesetz. Es soll dafür sorgen, dass digitale Angebote für alle Menschen besser nutzbar werden. Das betrifft zum Beispiel Online-Shops, Termin-Buchungen, Apps und Automaten.

Walburga Fröhlich von atempo/capito erklärte: Das Gesetz gilt für viele Unternehmen. Menschen mit Behinderungen sollen digitale Angebote „ohne besondere Erschwernis“ und möglichst ohne Hilfe nutzen können. Wichtig ist dabei nicht nur, ob man etwas sehen oder anklicken kann. Wichtig ist auch, ob Menschen die Inhalte im Netz verstehen. Sie sagte dazu:

„Dass die Informationen verständlich sein müssen in einfacher Sprache.“

Gleichzeitig machte Walburg Fröhlich klar: Genau das steht im Barrierefreiheits-Gesetz noch nicht deutlich genug. Das Sozialministerium empfiehlt aber einfache Sprache. Außerdem kann jede Person eine Barriere bei der Marktüberwachungsbehörde melden.

Nicole Braunstein (Vorsitzende Selbstvertretungsbeirat der LHÖ) berichtete aus dem Alltag. Sie benutzt Webseiten für Einkäufe, Essen oder Arzt-Termine. Dabei erlebt sie viele Hürden. Oft sind Texte zu klein. Oft sind die Informationen zu kompliziert. Und oft müssen Menschen lange Geschäfts-Bedingungen akzeptieren, ohne sie gut zu verstehen. Nicole Braunstein sagte:

„Du musst einfach ‚akzeptieren‘ drücken, dass du weiterkommst, aber du weißt nicht, was habe ich jetzt eigentlich akzeptiert?“

Sie sprach auch ein weiteres Problem an: Viele Seiten bieten nur Bezahlung mit Kreditkarte an. Auch das ist für viele Menschen eine Barriere.

Ron Pfennigbauer von der Literaturbootschaft zeigte, warum das Thema so wichtig ist. Er erzählte von einem neuen Projekt der Lebenshilfe mit der Wirtschaftsuniversität Wien. Dabei testen Selbstvertreter*innen gemeinsam mit Studierenden bekannte Webseiten, zum Beispiel Online-Shopping, Lieferdienste oder Fan-Shops. Ron Pfennigbauer sagte: „Mein Thema wird sein, Amazon. Kann man da leicht bestellen oder nicht?“  

Der Inklusionstalk zeigte klar: Barrierefreiheit bedeutet auch: einfache Worte, einfache Bedienung und Zugang zu Bezahlungsmöglichkeiten.


Die Lebenshilfe will nun gemeinsam mit Selbstvertreter*innen und Studierenden Webseiten prüfen und Barrieren melden. So soll sichtbar werden, was sich ändern muss. Denn digitale Angebote müssen für alle Menschen da sein.


✨ Termin-Tipp ✨

Den nächsten Online-Inklusions-Talk gibt’s am 13. April 2026 zum Thema „Informations-Freiheits-Gesetz„.

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