Darüber war man sich beim Lebenshilfe Inklusions-Talk am 10. November 2025 schnell einig. Drei Gäste waren als Diskutant*innen eingeladen, moderiert hat Lebenshilfe Österreich Generalsekretär Philippe Narval.
Wie können NGOs und soziale Dienstleister selbst zu inklusiveren Arbeitgeber*innen werden? Darüber wurde beim Online-Inklusionstalk der Lebenshilfe Österreich am 10. November 2025 diskutiert – mit drei spannenden Gästen:
- Karin Panies ist Präsidentin des Hilfswerk Wien
- Rupert Roniger hat Disability Leadership, den ersten Führungskräfte-Lehrgang für Menschen mit Behinderungen, mitbegründet
- Susanne Gstettner unterrichtet an Kathi-Lampert-Schule für Sozialbetreuungsberufe (Gewinner-Projekt Inklusionspreis 2023).
Noch immer ist es im Sozialbereich keine Selbstverständlichkeit, dass Menschen mit Behinderungen angestellt werden. Dabei zeigen viele Beispiele, dass dies nicht nur möglich, sondern auch bereichernd für Teams und Organisationen ist.
Susanne Gstettner schilderte die Erfahrungen an der Kathi-Lampert-Schule für Sozial-Betreuungsberufe, wo Menschen mit und ohne Lern-Schwierigkeiten gemeinsam ausgebildet werden. Viele Absolvent*innen finden später eine Anstellung in Pflege-Einrichtungen. „Wenn das gelingt“, so Gstettner, „dann sind alle begeistert – weil die Person noch einmal eine andere Sichtweise reinbringt. Menschen mit Behinderungen haben oft ein sehr gutes Gespür für Fairness und Gerechtigkeit.“ Auch hätte sich gezeigt, dass sich Menschen mit Lernschwierigkeiten besonders in der Pflege von demenz-kranken Personen auszeichnen.
Karin Praniess betonte, wie wichtig es ist, Menschen nach ihren Fähigkeiten und nicht nach formalen Qualifikationen zu beurteilen. Für Praniess zeigt sich, dass Inklusion dort gelingt, wo Aufgaben-Profile nicht starr definiert, sondern an die Fähigkeiten des Mitarbeitenden angepasst sind.
Rupert Roniger führte aus, dass Inklusion auch Führungs-Strukturen verändern muss. Mit dem neuen „Disability Leadership Lehrgang“ des Vereins Right Now, einer Kooperation mit der Bertha-von-Suttner-Universität, sollen Menschen mit Behinderungen gezielt auf Leitungsfunktionen vorbereitet werden. „Es sollte ganz normal sein, dass Menschen mit Behinderungen Verantwortung übernehmen – auch in NGOs, in der Wirtschaft und in der Politik“, so Roniger. „Dafür braucht es klare Strategien, Mentoring und eine Kultur, die Ausprobieren zulässt in den jeweiligen Organisationen.“ Behinderten-Organisationen müssten ihre Forderungen an Fördergeber und auch den Sozialsektor klar formulieren. Womöglich wäre es auch sinnvoll über ein österreichweites Gütesiegel nachzudenken, dass inklusive Arbeitgeber, auch im Sozialbereich, auszeichnet.
Einig waren sich alle Diskutant*innen darin, dass soziale Organisationen nicht nur Inklusion fordern, sondern sie auch leben sollten.
✨ Termin-Tipp ✨
Den nächsten Online-Inklusions-Talk gibt’s am 24. November 2025 zum Thema „Demenz und Menschen mit intellektuellen Behinderungen„.
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