Lebenshilfe Österreich zu Gast im Bildungs-Ministerium: Österreich muss bei Inklusiver Bildung aufholen!

Sieben Personen posieren lächelnd für ein Gruppenfoto in einem Haus. Eine Person sitzt in einem Rollstuhl. Zwei Fahnen, darunter die österreichische, stehen hinter ihnen. Die Gruppe ist in legerer Business-Kleidung gekleidet.Lebenshilfe Österreich
Am 18.8. waren wir im Bildungsministerium eingeladen. Wir haben dem Bildungsminister gesagt, was es aus unserer Sicht für echte Inklusion in Österreichs Schulen braucht. Die gute Nachricht: Christoph Wiederkehr ist sehr oft ganz unserer Meinung.😊
Wer war mit im Bildungsministerium?

Von der Lebenshilfe waren mit dabei: Max Schallehn (Selbstvertreter der Lebenshilfe Kärnten), Maria Schallehn (Mutter von Max und Mitglied des Angehörigenbeirates der Lebenshilfe Österreich), Philippe Narval (Generalsekretär der Lebenshilfe Österreich) und Karin Rossipal (Leiterin der Kommunikation der Lebenshilfe Österreich). Begleitet haben uns Wolfgang Plaute (Vizerektor der Pädagogischen Hochschule Salzburg und Mitglied im Lebenshilfe Expert*innen-Rat) und Christina Penn (Mitarbeiterin PH Salzburg).

Was haben wir mit Minister Wiederkehr besprochen?

Wir haben mit dem Minister drei ganz konkrete und auch umsetzbare Forderungen besprochen:

  • Recht auf 11. und 12. Schuljahr rasch umsetzen
    Das Regierungsprogramm sieht bereits vor, dass Jugendliche mit Behinderungen künftig ein 11. und 12. Schuljahr absolvieren können. Jetzt geht es darum, dass dieser Plan rasch umgesetzt wird. Bildungsminister Christoph Wiederkehr unterstützt die Forderung der Lebenshilfe Österreich, dass dafür auch die Sekundarstufe II für Jugendliche mit Behinderungen geöffnet wird, also auch die AHS- und BHS-Oberstufen: „Eltern dürfen nicht mehr länger Bittsteller sein“, sagt der Minister.
  • Keine Rückkehr zu separatem Sonderpädagogik-Studium
    Die geplante Wiedereinführung eines Sonderpädagogik-Studiums wäre aus unserer Sicht ein Rückschritt. Stattdessen soll Inklusive Pädagogik wie bisher Teil der allgemeinen pädagogischen Ausbildung bleiben – idealerweise mit einem noch stärkeren Anteil. Ziel ist, dass alle Lehrkräfte gemeinsam im Team unterrichten und inklusiv arbeiten können.
  • Bessere Beratung und Begleitung bei Bildungsübergängen
    In Österreich gibt es am Bildungsweg ganz besonders viele Wechsel. Der Wechsel von Kindergarten in die Schule oder zwischen Schulstufen ist für alle Familien eine Herausforderung, für Eltern von Kindern mit Behinderungen oft eine unzumutbare Belastung. Es braucht daher professionelle Begleitung für Eltern und bessere Übergänge zwischen den Bildungseinrichtungen.
Warum ist Inklusive Bildung so wichtig?

Bildung muss für alle zugänglich, barrierefrei und individuell passend sein. Das ist nicht nur unser Wunsch – es ist ein Menschenrecht! Die UN-Behinderten-Rechts-Konvention spricht sich ganz klar gegen Ausgrenzung und Absonderung aus.

Und trotzdem gibt’s noch viele Baustellen:

  • Inklusive Lehrpläne
  • Barrierefreie Schulgebäude
  • Digitale Hilfsmittel

…und vieles mehr!

Ein großes Dankeschön an Bundes-Minister Christoph Wiederkehr, dass er sich Zeit für uns genommen hat. Wir wünschen uns, dass am Ende seiner Amtsperiode Inklusive Bildung in Österreich ein großes Stück weitergekommen sein wird.💚

Wie geht es jetzt weiter?

Wir bleiben dran!💪 Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht, das nicht verhandelbar ist. Im Herbst planen wir etwas sehr Spannendes:

Gemeinsam mit der PH Salzburg starten wir im November in Salzburg das erste „Dialog-Forum Inklusive Bildungswege“: Hier sollen sich Lehrkräfte, Schulleitungen, Angehörige und Selbstvertreter*innen treffen, die sich für Inklusion engagieren. Das Forum ist eine gute Möglichkeit, sich zu vernetzen und voneinander zu lernen.🤗


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Hier kannst du ein paar Bilder von unserem Besuch im Ministerium ansehen:
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