Persönliche Assistenz verändert Leben | Teil 2: Vinko Najdek aus Salzburg: „Ohne Persönliche Assistenz wäre ich im Heim“

Eine Frau und ein Mann sitzen an einem Tisch im Freien mit einem Laptop und Dokumenten. Die Frau hält einen Stift in der Hand und lächelt in die Kamera; der Mann sitzt neben ihr und lächelt ebenfalls. Im Hintergrund sind Häuser und Berge zu sehen.Lebenshilfe Salzburg
Dass das Modell der Persönlichen Assistenz funktioniert, dafür gibt es mittlerweile zahlreiche Beispiele. Dass das Modell auch für Menschen mit intellektuellen Behinderungen, wissen wir auch: Vinko Najdek aus Salzburg war einer der ersten Menschen mit Lern-Schwierigkeiten, der Persönliche Assistenz bekommen hat.😊

Seit 2017 nützt Vinko Najdek Persönliche Assistenz. Er war einer der ersten Menschen mit Lern-Schwierigkeiten, der diese Unterstützung im damaligen Pilotprojekt des Landes Salzburg bekommen hat. Heute arbeitet Vinko von seiner Wohnung aus 20 Wochenstunden für einen Wein-Vertrieb: Er lebt selbstbestimmt und unabhängig.

„Ohne Persönliche Assistenz wäre ich im Heim. Ich müsste mich unterordnen. Das wäre für mich undenkbar.“
Vinko Najdek

Mit 494 Stunden Persönlicher Assistenz im Monat und 16 Assistent*innen (der Lebenshilfe Salzburg), die sich abwechseln, lebt er ein selbstbestimmtes Leben in seiner eigenen Wohnung.

„Der Anfang war schwierig“

Vinko verschweigt nicht, dass es nicht immer einfach war. „Am Anfang war es schwierig. Da steht eine wildfremde Person im Haus, beide unerfahren – sie und ich. Man kann sagen, dass es die ersten 3 Jahre relativ schwierig war.“ Aber: „Mit der Zeit hat es sich gut entwickelt und ich hab auch viel gelernt.“🫶

Sanja Balalic, Assistentin mit Herz: „Vinko hat durch Sonderschul-Ausbildung viel verloren“

Sanja Balalic ist seit 2019 Vinkos Persönliche Assistentin. Wie sie zu diesem Job gekommen ist? „Ganz zufällig. Ich hab das Inserat der Lebenshilfe gesehen, wo jemand mit Gebärdensprache gesucht wurde. Da ich Gebärdensprache kann, weil mein Sohn von Geburt an gehörlos ist, hab ich mich beworben.“

Für Sanja ist es mehr als nur ein Job: „Ich ermögliche jemanden, ein ganz normales Leben zu führen. Das ist ein gutes Gefühl. Deshalb bin ich bei der Lebenshilfe.“

Über Vinko sagt sie: „Er fragt viel und ich erzähle. Wir reden viel. Vinko hat viel verloren durch diese Sonderschul-Ausbildung. Das, finde ich, ist ein großer Schaden. Weil Vinko ist intelligent und könnte viel mehr.“💚

Salzburg macht’s vor

Das Land Salzburg zeigt, dass es geht: Hier ist Persönliche Assistenz für ALLE Menschen mit Behinderungen gesetzlich verankert. Die Lebenshilfe Salzburg hat derzeit 39 Auftraggeber*innen unter Vertrag und 85 Assistent*innen angestellt. Aber auch in Salzburg gibt es noch viel Luft nach oben.

Unser Appell an die Politik

Wir fordern ein Recht auf Persönliche Assistenz – österreichweit – auch für Menschen mit intellektuellen Behinderungen. Vinkos Geschichte zeigt: Persönliche Assistenz ermöglicht Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben!

Was es jetzt braucht:

  • Recht auf Persönliche Assistenz für ALLE Menschen mit Behinderungen
  • Bundesweiter Rechtsanspruch statt Bundesländer-Chaos
  • Ausreichende finanzielle Mittel für ganz Österreich
  • Eine Anlaufstelle pro Bundesland
  • Klärung des Berufsbilds Persönliche Assistenz

Österreich hat schon 2008 die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) unterzeichnet, seitdem ist nur wenig geschehen. „Es geht hier um ein Menschenrecht. Es wird Zeit, dass Österreich dieses respektiert und entsprechend handelt“, so Philippe Narval, Generalsekretär der Lebenshilfe Österreich.

Hier geht’s zur Lebenshilfe Salzburg: Lebenshilfe Salzburg


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