Am 9. Mai diskutierten Politiker*innen, Expert*innen, Elternvertretungen und Behindertenorganisationen über die Zukunft der inklusiven Bildung im Rahmen einer parlamentarischen Enquete der Neos. Für die Lebenshilfe Österreich ist klar: Bei der Schulinklusion geht es um fundamentale Kinderrechte, die in Österreich immer noch missachtet werden.
„Ein Land, das im 21. Jahrhundert immer noch Kinder in Sonderschulen wegsperrt, lebt in der Vergangenheit.“ betont die Philippe Narval Generalsekretär der Lebenshilfe Österreich bei einer Kundgebung mehrerer Elterninitiativen vor dem Parlament
Noch immer erleben viele Kinder und Jugendliche mit Behinderungen Ausgrenzung im Bildungssystem. Eltern berichten von fehlenden Schulplätzen, mangelnder Unterstützung und davon, dass inklusive Bildung oft vom Wohnort oder vom persönlichen Engagement einzelner Lehrer*innen abhängt. Gleichzeitig besuchen weiterhin tausende Kinder Sonderschulen, obwohl sich Österreich mit der UN-Behindertenrechtskonvention zu einem inklusiven Bildungssystem verpflichtet hat.
Es braucht endlich Taten
Im Rahmen der Enquete kündigte Bildungsminister Christoph Wiederkehr an, dass ab dem Schuljahr 2027/28 ein Rechtsanspruch auf ein 11. und 12. Schuljahr für Jugendliche mit Behinderungen geschaffen werden soll. Die Lebenshilfe Österreich begrüßt dies ausdrücklich; doch nur wenn der Rechtsanspruch auf das 11. und 12. Schuljahr auch für die Sekundarstufe II (Polytechnische-, Berufs-, Berufsbildende mittlere und höhere Schule/BMHS, AHS-Oberstufe) gilt.
Medienberichte zu den Forderungen der Zivilgesellschaft im Rahmen der Enquete: Die Lebenshilfe Österreich fordert daher einen klaren politischen Fahrplan für die Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen, Familien, Pädagog*innen und Behindertenorganisationen.

