„Wir brauchen keine Sonderschulen – Wir brauchen gut gemachte Inklusion!“

Eine Gruppe von Kindern und eine Lehrerin sitzen um einen Tisch, lächeln und zeichnen mit farbigen Stiften. Zwei Kinder haben das Down-Syndrom. Zeichnungen und Stifte sind auf dem Tisch verteilt. Die Atmosphäre ist fröhlich und einladend.
In einer Presse-Aussendung fordern wir als Lebenshilfe Österreich gemeinsam mit Caritas, Diakonie und Jugend am Werk: Investition in Inklusion, statt in den Neu- und Ausbau von Sonder-Schulen!

In Ober-Österreich sind zwei neue Sonder-Schulen geplant, und auch in Salzburg sowie in der Steiermark wird der Erhalt solcher Einrichtungen befürwortet. Wir schlagen Alarm: Diese Entwicklung ist ein klarer Rückschritt in der Bildungs-Politik.

Inklusion ist kein Luxus – sondern ein Menschenrecht

Österreich hat bereits im Jahr 2008 die UN-Behinderten-Rechts-Konvention unterschrieben. Das Land hat sich damit verpflichtet, ein inklusives Bildungs-System zu schaffen. 17 Jahre später gibt es stattdessen Rückschritte. Die Politik grenzt Kinder mit Behinderungen weiter aus und verwehrt ihnen ihr Recht auf eine inklusive Bildung.

Ein politisches Bekenntnis zur Inklusion darf kein Lippenbekenntnis bleiben. Es muss sich in der Praxis widerspiegeln – in allen Bereichen des Bildungssystems.
Philippe Narval, Generalsekretär der Lebenshilfe Österreich
Die Fakten sprechen für sich

Kinder mit Behinderungen haben bessere Möglichkeiten, wenn sie zusammen mit Kindern ohne Behinderungen lernen. Das gilt für die Schule, die Ausbildung und das Berufsleben.

Es gibt keine einzige Studie, die zeigt, dass getrennte Schulen besser sind. Im Gegenteil: Fast die Hälfte der Schüler*innen von Sonder-Schulen hat nach eineinhalb Jahren keine Ausbildung und keine Arbeit.

Gut gemachte Inklusion, keine Absonderung!

Echte Inklusion entsteht nicht durch den Bau neuer Sonder-Schulen, sondern durch gezielte Investitionen in bestehende inklusive Bildungs-Einrichtungen. Wir brauchen:

  • Mehr Personal und bessere Ausstattung an allen Schulen
  • Bessere Information für Eltern über inklusive Bildung
  • Ausbau gemeinsamer Schulen für ALLE Kinder
  • Klare Zahlen, wie sich verschiedene Bildungswege auf Kinder auswirken
Ein Schritt vorwärts – aber nur mit echter Inklusion

Wir finden es gut, dass die Bundesregierung einen Rechts-Anspruch auf das 11. und 12. Schul-Jahr für Kinder mit sonder-pädagogischem Förder-Bedarf umsetzen will. Bis jetzt konnten diese Kinder oft keine Ober-Stufe besuchen.

Wichtig ist aber: Die Ober-Stufe muss inklusiv sein. Es dürfen keine neuen Sonder-Schulen entstehen. Diese könnten Kinder mit Förder-Bedarf erneut ausgrenzen.

Unser Ziel: Miteinander statt Nebeneinander

Neu gebaute, getrennte Einrichtungen sind ein Schritt zurück – nicht nach vorne.

Wir fordern ein klares „Ja“ zu inklusiven Schulen, die den Bedürfnissen ALLER Kinder gerecht werden und Chancen-Gleichheit gezielt fördern.

Hier geht’s zur Presse-Aussendung:

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