Welttag der Bildung: Eine Schule für Alle ist möglich!

Ein Klassenzimmer mit Schülern, die an den Tischen sitzen, einige mit Blick nach vorne, andere zur Seite. Auf den Tischen liegen Hefte und Mappen, im Hintergrund sind eine grüne Kreidetafel und ein Kalender zu sehen.Lebenshilfe Österreich

Welttag der Bildung: Eine Schule für Alle ist möglich!

Lebenshilfe Österreich fordert eine konsequente politische Umsetzung von Schulinklusion entsprechend der UN-Behindertenrechtskonvention.

Wien, 22. Jänner 2026
Zum Welttag der Bildung am 24.01.2026 macht die Lebenshilfe Österreich (LHÖ) auf eine Realität aufmerksam, die viele Familien täglich erleben: Das österreichische Schulsystem ist in weiten Teilen nicht inklusiv.

Die Rechte von Kindern und Jugendliche mit Behinderungen werden weiter massiv eingeschränkt. Assistenz ist vielerorts unzureichend, viele erhalten nicht die Unterstützung, die sie benötigen und werden in Sonderschulen abgeschoben. Gleichzeitig sind die Übergänge zwischen Schulstufen besonders schwierig.

„Schulinklusion ist in Österreich nicht abgesichert. Sie hängt vom Zufall ab. Für echte Fortschritte braucht es politische Verbindlichkeit, nachhaltige Finanzierung und eine gesellschaftliche Haltung, die Inklusion als Normalität versteht.“ meint Philippe Narval, Generalsekretär der LHÖ dazu.

Dass es anders geht, zeigt Südtirol, wo bereits vor über 40 Jahren Sonderschulen abgeschafft wurden. Dort steht nicht das „Ob“, sondern das „Wie“ der Unterstützung im Mittelpunkt. Hanna Kamrat, Vizepräsidentin der LHÖ und Selbstvertreterin, betont: „Eine Schule für Alle ist möglich. In Südtirol stellt sich nicht mehr die Frage „Sonderschule oder inklusive Schule?“ – sondern nur noch: “Wie viel Unterstützung braucht der oder die Schülerin um teilhaben zu können?“

Forderungen der Lebenshilfe Österreich

Die LHÖ fordert zum Welttag der Bildung eine konsequente politische Umsetzung von Schulinklusion entsprechend der UN-Behindertenrechtskonvention. Im ersten Schritt müssen die Versprechen im Regierungsprogramm rasch angegangen werden. Dazu gehört insbesondere der Rechtsanspruch auf das 11. und 12. Schuljahr für Kinder mit Behinderungen – vorrangig in Regelschulen – und die Anhebung der Deckelung für sonderpädagogische Förderung von 2,7 Prozent auf 4,5 Prozent.


Über die Lebenshilfe:
Die Lebenshilfe Österreich vertritt seit 1967 die Rechte von Menschen mit intellektuellen Behinderungen. Sie ist der Dachverband der insgesamt acht Lebenshilfe-Landesorganisationen. Die Lebenshilfe begleitet österreichweit rund 19.000 Menschen mit Behinderungen: beim Wohnen, beim Arbeiten, bei der Durchsetzung der eigenen Rechte. An 280 Standorten arbeiten über 7.500 Mitarbeiter*innen.

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